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Das unerwartete Sardinien

Wer nur das Sardinien der Strände kennt, ist überrascht: Im Südwesten der Insel, zwischen Iglesias, Buggerru, Fluminimaggiore, Masua, Guspini und Arbus, gibt es eine seltsame und wunderschöne Landschaft, in der mediterrane Macchia neben verlassenen Erzaufbereitungsanlagen, Stollen im Fels, Verladebrücken am Meer und Geisterdörfern existiert. Es ist das Erbe der großen sardischen Bergbausaison, die zwischen dem 19. Jahrhundert und der Mitte des 20. Jahrhunderts Tausenden Menschen Arbeit gab und diese Ecke der Insel mit der europäischen Wirtschaft verband.

Heute ist dieses Erbe im Parco Geominerario Storico e Ambientale della Sardegna zusammengefasst, der im UNESCO-Kontext innerhalb internationaler Netzwerke für Geoparks und Bergbauarchäologie anerkannt ist. Es ist kein UNESCO-Welterbe wie Barumini, aber dennoch ein internationales Gütesiegel, das sagt: „Diese Industrielandschaft ist selten – verlieren wir sie nicht.“

Wenn du einen Urlaub willst, der nicht nur aus Meer und Granita besteht, ist das hier die richtige Gegend. Und mit FAITA Sardegna kannst du in Unterkünften im Südwesten übernachten und dann Bergwerke, Küsten und Bergbaudörfer ganz entspannt entdecken.


Bergbau auf Sardinien: eine 3.000 Jahre lange Geschichte

Sardinien hat eine großzügige Geologie: Blei, Zink, Silber, Kupfer, Kohle. Kein Wunder also, dass diese Ressourcen bereits in der nuragischen Zeit genutzt wurden (Metalle für Waffen und Gegenstände), später von den Phöniziern (die die Insel nicht nur wegen hübscher Kolonien nutzten), von den Karthagern und den Römern, die die Abbaugebiete erweiterten und häufig Zwangsarbeit einsetzten.

Dann ging die Tätigkeit im Mittelalter zurück, wurde unter den Spaniern wieder aufgenommen, aber erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert explodierte sie wirklich:

  • ausländische Gesellschaften kamen (vor allem französische und belgische);

  • neue Lagerstätten wurden entdeckt;

  • Werksdörfer wurden gebaut – mit Häusern für Bergarbeiter, Schulen, Verwaltungsgebäuden und Werkstätten;

  • interne Bahnlinien und maritime Stollen wurden angelegt, um das Erz zu verschiffen.

In diesem Kontext entsteht die Hauptfigur unserer Geschichte: die Galleria Henry.


Galleria Henry: warum sie so besonders ist

Wo sie liegt und wann sie entstand

Die Galleria Henry befindet sich in Buggerru an der Küste des Iglesiente und wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Société Anonyme des Mines de Malfidano errichtet, die die Lagerstätten der Gegend ausbeutete. Das Ziel war sehr praktisch: das Erz schneller und sicherer von der Mine zum Verladepunkt zu transportieren.

Der Name „Henry“ stammt vom Ingenieur, der das Werk entwarf: Die Idee war für die damalige Zeit modern, weil sie Stollen, Schienen und einen Ausgang zum Meer verband und die Morphologie der Steilküste ausnutzte.

Wie sie funktionierte

  • Der Stollen ist etwa 1 km lang und in den Fels getrieben.

  • Er war mit Schienen ausgestattet, auf denen Loren/Wagen fuhren.

  • Er verband die Abbauzonen mit dem Verladepunkt.

  • Entlang des Weges gibt es Öffnungen nach außen, zur Belüftung und zur Kontrolle der Trasse.

Heute sind diese Öffnungen eines der spektakulärsten Elemente: Du gehst durch eine Mine – und plötzlich öffnet sich ein „Fenster“ auf das blaue Meer von Buggerru. Industriearchäologie mit Aussicht.


Das Leben in den Bergwerken: der harte Teil

Hinter dem perfekten Stollen stand ein deutlich weniger romantisches Leben:

  • endlose Arbeitstage unter Tage;

  • Dunkelheit, Feuchtigkeit, Staub;

  • ständige Gefahren: Einstürze, Sprengstoffe, Maschinen;

  • niedrige Löhne und strenge Disziplin.

Viele Arbeiter waren sehr jung, andere kamen aus dem italienischen Festland, angezogen von der Arbeit auf Sardinien. Das ist ein wichtiges Kapitel der Arbeitergeschichte, das oft vergessen wird, wenn man über die Insel spricht.


Das Massaker von Buggerru (1904)

Am 4. September 1904 streikten die Bergarbeiter von Buggerru für menschlichere Arbeitszeiten. Die Direktion rief das Militär. Der Protest wurde blutig niedergeschlagen: drei Tote und mehrere Verletzte. Die Nachricht erreichte das Festland und löste Empörung aus – daraus entstand der erste landesweite Generalstreik der italienischen Geschichte.

Das ist ziemlich wild: Ein Ereignis in einem „kleinen“ sardischen Bergarbeiterort wird zum Auslöser einer nationalen Bewegung. Deshalb ist Buggerru nicht nur ein Ort, sondern eine Seite italienischer Arbeitsgeschichte.


Die Galleria Henry heute besuchen

Heute kann die Galleria Henry mit organisierten Führungen besichtigt werden (es lohnt sich immer, sich vorab über Zeiten zu informieren, weil die Verwaltung lokal ist und variieren kann). Die Besichtigung ist so konzipiert, dass du in die Welt der Minenarbeit eintauchst, ohne zehn Stunden Staub einatmen zu müssen.

Was du siehst

  • Eingang und erster Abschnitt: Felswände, Werkzeugspuren, Schienen.

  • Erklärungen zu den Abbautechniken: Wie abgebaut, transportiert und gesichert wurde.

  • Loren und Anlagen: Teilweise originale oder rekonstruierte Mittel, die die Dimension der Arbeit verständlich machen.

  • Panoramablicke: Stellen im Stollen, die sich zur Steilküste und zum Meer von Buggerru öffnen.

  • Historischer Kontext: Warum hier, warum im Iglesiente, warum Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Besuch ist nicht klaustrophobisch und meist auch für Familien geeignet (mit Gehstrecke). Eine leichte Jacke mitzunehmen ist keine schlechte Idee: Unter Tage ist es kühler.


Nicht nur Henry: weitere Bergbaujuwelen im Südwesten

Für einen wirklich nützlichen Artikel sollte man mindestens 3–4 Stationen nennen. Das Sulcis-Iglesiente ist voll von unglaublichen Orten.

1. Montevecchio (Guspini)

Ein riesiger Komplex mit:

  • Direktionsgebäude,

  • Werkstätten,

  • Stollen,

  • dem berühmten Wohnhaus der Direktoren mit originaler Einrichtung.

Es ist eine der am besten restaurierten Stätten: Es wirkt, als könnten die Techniker jeden Moment aus einem Raum kommen.

2. Ingurtosu und die Laveria Brassey

Ein Bergbaudorf im Nichts, zwischen Bergen und den Dünen von Piscinas. Verlassene Strukturen, Western-Atmosphäre, spektakuläre Straße. Hier versteht man, was eine isolierte „Werksstadt“ bedeutete: Alles drehte sich um die Mine.

3. Bergwerk Serbariu (Carbonia)

Hier geht es vor allem um Kohle und das 20. Jahrhundert, mit dem Museo del Carbone. Man steigt in die Gänge hinab, sieht Werkzeuge und versteht, wie Carbonia als Planstadt rund um den Bergbau entstand.

4. Porto Flavia (Masua)

Es gehört hier unbedingt dazu, weil es die „geistige Schwester“ der Galleria Henry ist: auch hier ein Stollen im Fels, auch hier das Meer davor – plus das Spektakel des Pan di Zucchero direkt gegenüber. Es war ein fortschrittliches Verladeterminal: Das Erz kam mit Loren an und wurde direkt auf Schiffe geladen. Eine Ingenieursleistung, die heute ein atemberaubender Aussichtspunkt ist.

Galleria Henry + Porto Flavia an einem Tag zu kombinieren, ist eine der stärksten Erfahrungen, die du im Sulcis machen kannst.


Bergbaulandschaften, wilde Landschaften

Was das sardische Bergbauerbe so einzigartig macht, ist die Kombination aus Industrie + starker Natur. Rund um Buggerru kannst du:

  • einen Spaziergang am Strand von Buggerru machen, mit Steilküsten ringsum;

  • nach Cala Domestica fahren, einer der schönsten Buchten der Iglesiente-Küste;

  • bei Capo Pecora trekken;

  • dich Richtung Costa Verde bewegen (Piscinas und Scivu), wo die Dünen fast bis an die verlassenen Bergwerksstrukturen reichen.

Es ist also kein „nur Museum“-Tourismus: Du kommst aus dem Stollen und springst in ein grün-blaues Meer.


Die Rolle des Geominerarparks

Der Parco Geominerario Storico e Ambientale della Sardegna wurde genau deshalb gegründet, um:

  • zu verhindern, dass alles verfällt und verschwindet;

  • Bergwerke in touristische und didaktische Routen zu verwandeln;

  • die Erinnerung an die Arbeit lebendig zu halten;

  • die beteiligten Gemeinden miteinander zu verbinden (und das sind nicht wenige);

  • international sichtbar zu machen, dass hier eine einzigartige Kulturlandschaft existiert.

Die UNESCO-bezogene Anerkennung im Netzwerk von Geoparks/Bergbauerbe ist kein Marketing-Gag, sondern eine Art zu sagen: „Dieser Ort ist so wertvoll wie eine Kathedrale – nur aus einem anderen Grund.“


Wie man den Besuch organisiert (ganz praktisch)

  • Vorher informieren: Viele Bergwerke haben feste Zeiten, Führungen und teils saisonale Öffnungen.

  • Bequeme Schuhe: Man läuft viel und betritt manchmal feuchte Stollen.

  • Geschichte + Meer kombinieren: morgens Mine, nachmittags Strand – die beste Lösung, damit Mitreisende nicht „übersättigt“ werden.

  • Kinder mitnehmen: Bergbaustätten gefallen Kindern oft sehr, weil es Loren, Tunnel und „echte Geschichten“ gibt.

  • Basis im Südwesten: Mit FAITA Sardegna wohnst du in Campingplätzen und Feriendörfern der Gegend und bist schnell in Buggerru, Iglesias und Masua.


Warum es sich lohnt

Weil du hier ein Sardinien siehst, das gearbeitet, gekämpft und erfunden hat – nicht nur eines, das Sonne tankt. Die Galleria Henry ist das theatralischste Symbol dafür: ein Stollen aus dem späten 19. Jahrhundert im Fels, der dir heute am selben Ort die Härte der Bergarbeit und die Schönheit des Meeres zeigt.

Wenn du die Art von Reise suchst, die dir nicht nur Panoramen, sondern auch Geschichten im Kopf lässt, bist du hier richtig.

Buche jetzt mit FAITA Sardegna eine Unterkunft im Sulcis-Iglesiente und folge den Spuren des Bergbaus: Über deinem Kopf der Himmel des Mittelmeers, unter deinen Füßen ein Jahrhundert sardischer Industriegeschichte.