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Ein Naturmonument im Supramonte

Sardinien ist nicht nur Meer: Im Herzen der Insel, zwischen Orgosolo, Urzulei und Dorgali, hat der Fluss Flumineddu in den Jurakalken des Supramonte eine extrem schmale und hohe Schlucht gegraben: Gorropu (auf Sardisch oft auch „Gorroppu“). Die Wände erreichen 400–500 Meter, der Raum zwischen den Felswänden verengt sich an manchen Stellen auf nur wenige Meter, und der Boden ist von riesigen weißen Felsblöcken bedeckt. Es ist einer der spektakulärsten Orte im Inneren Sardiniens und ein Klassiker für alle, die auf der Insel trekken.

Wenn du ihn entspannt erleben und eine gute Basis in der Nähe der Berge des Nuorese haben möchtest, kannst du mit FAITA Sardegna in einer Unterkunft der Region buchen: So bist du in bequemer Distanz zum Supramonte, zum Meer des Golfs von Orosei und zu den Dörfern im Inselinneren.


Wie die Gorropu-Schlucht entstanden ist: Geologie und Landschaft

Die Felsen der Schlucht bestehen aus Kalkstein und stammen aus dem Jura (ca. 150 Millionen Jahre alt).

Der Flumineddu hat im Lauf von Jahrtausenden eine bereits vorhandene Bruchzone im Gebirge immer weiter eingeschnitten und so den Canyon geschaffen.

Der Querschnitt ist so eng, dass sich im Inneren ein kühleres und feuchteres Mikroklima bildet als außerhalb – im Sommer ein echter Glücksfall.

Die sehr steilen Wände sorgen dafür, dass die Sonne an manchen Stellen nur kurz hineinfällt: Auch deshalb leben hier seltene Arten.

Kurz gesagt: ein Freiluftlabor der Geomorphologie.


Wie man zur Gorropu-Schlucht kommt

Es gibt mehrere Zugänge. Die bekanntesten sind diese:

1. Weg ab Genna Silana (SS 125)

  • Schwierigkeit: Wanderweg / E (escursionistico) – Rückweg anspruchsvoll

  • Starthöhe: ca. 1.000 m

  • Höhenunterschied: ca. 600–650 m bergab (und später alles wieder bergauf)

  • Zeiten: ca. 1 h 30 / 2 h für den Abstieg, 2 h / 2 h 30 für den Aufstieg

Das ist die bekannteste und aussichtsreichste Route. Man startet oben, steigt zwischen Felsen und Macchia ins Tal ab und erreicht den Eingang der Schlucht. Wunderschön – aber auf dem Rückweg geht es komplett bergauf: mit Wasser, guten Schuhen und ohne Selbstüberschätzung angehen.

2. Weg ab Ponte di S’Abba Arva (Flumineddu-Tal)

  • Schwierigkeit: einfacher

  • Zeiten: ca. 2 h / 2 h 30 hin, etwa genauso zurück

  • Höhenunterschied: geringer

Man folgt dem Tal des Flumineddu und erreicht die Schlucht „von unten“, mit einem sanfteren Zustieg. Die richtige Wahl für trainierte Familien oder für alle, die den langen Gegenanstieg von Genna Silana vermeiden möchten.

3. Mit Guide / längere Trekkings im Supramonte

Es gibt auch längere und technischere Routen (zum Beispiel ab Urzulei oder Orgosolo über alte Hirtenunterkünfte – cuiles). Ideal, wenn du nicht nur die Schlucht, sondern die gesamte Hirtenlandschaft des Supramonte sehen willst. Hier ist ein Guide empfehlenswert, weil das Gebiet weitläufig ist und Wege nicht immer markiert sind.

🔐 Regulierter Zugang: Am Eingang der Schlucht gibt es in der Regel einen Kontrollpunkt; für das Schutzgebiet wird ein kleines Ticket erhoben. Das dient der Besucherlenkung und der Instandhaltung.


In der Schlucht: was dich erwartet

Der Zugang ist relativ einfach, aber das Innere ist kein Stadtspaziergang: Der Boden besteht aus großen Kalkblöcken, es gibt bequemere Abschnitte und andere, in denen man die Hände zu Hilfe nehmen muss. Häufig wird das Innere (auch von den Betreibern) in Zonen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad eingeteilt: Der erste Teil ist für fast alle geeignet, der tiefere Abschnitt eher für trittsichere Wanderer.

Der Eindruck bleibt aber immer derselbe: riesige Felswände, Licht, das von oben einfällt, Stille und das Weiß des Gesteins.


Eine Oase der Biodiversität

Flora

  • Aquilegia di Gorropu (Aquilegia nuragica): endemische und sehr seltene Art, wächst nur hier. Einer der Gründe, warum das Gebiet so streng geschützt ist.

  • Steineichen, Eiben, Wacholder: typische Vegetation des Supramonte, mit sehr alten Exemplaren.

  • Oleander in feuchteren Bereichen.

Fauna

  • Sardisches Mufflon: kann man (mit Abstand) an den steileren Hängen sehen.

  • Steinadler: nutzt die Wände der Schlucht zum Nisten.

  • Sardische Wildkatze: extrem schwer zu sehen, aber der Lebensraum passt.

  • Endemische Amphibien und Reptilien dank des Mikroklimas.

Deshalb ist es wichtig, auf den Wegen zu bleiben und keine Pflanzen zu beschädigen: Hier leben Arten, die es nur in dieser Schlucht gibt.


Was man in Gorropu machen kann

  • Trekking und Hiking: die Hauptaktivität.

  • Fotoexkursionen: weiße Felswände und Grün ergeben eine perfekte Kombination.

  • Klettern: einige Routen sind eingerichtet, aber eher etwas für erfahrene Kletterer.

  • Kleiner „Canyon-Relax“: Echo, Bach, Wind zwischen den Wänden hören. Ein Ort, der Stille erzeugt.

Praktische Tipps

  • im Sommer früh starten (der Rückanstieg kann heiß werden);

  • Wasser und Wanderschuhe mitnehmen;

  • Wetterbedingungen prüfen (nach starkem Regen kann der Flumineddu einzelne Abschnitte schwieriger machen).


Nicht nur Gorropu: der Kontext des Supramonte

Das Schöne an Gorropu ist, dass du die Schlucht in eine Reise durch das Innere Sardiniens einbauen kannst, zusammen mit:

  • den cuiles des Supramonte,

  • domus de janas und nuragischen Stätten im Nuorese,

  • dem Meer des Golfs von Orosei (Cala Luna, Cala Sisine, Cala Mariolu), weniger als eine Autostunde entfernt,

  • den Murales und der Geschichte von Orgosolo.

So kannst du in 2–3 Tagen Berge, Archäologie, Kultur und Meer verbinden.


Warum man wirklich hinfahren sollte

Weil Gorropu zu den Orten gehört, die daran erinnern, dass Sardinien nicht nur aus Stränden besteht: Es ist auch ein strenges, vertikales Kalkgebirge mit einzigartigen Arten und echten Wanderwegen. Ein Ort, der dich ein ursprüngliches Sardinien spüren lässt.

Wenn du eine bequeme Basis willst, kannst du dich mit FAITA Sardegna im Raum Nuoro / Dorgali einrichten und von dort aus spontan zur Schlucht oder ans Meer fahren.

So kannst du auf derselben Reise morgens einen riesigen Canyon erleben und nachmittags an einem Strand in Ogliastra oder Orosei sein – eine sehr intelligente Art, die geografische Stranezza dieser Insel auszunutzen.