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Tharros und die Giganten von Mont’e Prama: Archäologie zwischen Meer und Nuraghenkultur

Sardinien ist eine dieser Inseln, die von außen ruhig wirken, unter der Erde aber Jahrtausende von Geschichte tragen, die erzählt werden wollen. In der Gegend von Oristano leben insbesondere zwei Juwelen nebeneinander, die zu unterschiedlichen Phasen der sardischen Vergangenheit gehören und trotzdem perfekt miteinander sprechen: Tharros, eine zunächst phönizische, dann punische und römische Stadt mit Blick auf das Meer der Sinis-Halbinsel, und die Giganten von Mont’e Prama, der spektakulärste Fund der nuragischen Skulptur.

Es sind zwei verschiedene Geschichten: Tharros erzählt vom Sardinien, das sich zum Mittelmeer öffnet; Mont’e Prama erzählt vom nuragischen Sardinien, das sich selbst in monumentaler Form darstellt. Zusammen zeigen sie, wie komplex dieses Land schon vor mehr als 2.500 Jahren war.

Wenn du beides live erleben willst, ist die Gegend um Oristano perfekt: Meer, Archäologie und wenig Trubel. Buche mit FAITA Sardegna in einem der Campingplätze der Region und nutze sie als Basis, um Sinis und Cabras zu erkunden.


Tharros: die Stadt am Meer des Sinis

Lage: an der äußersten Südspitze der Sinis-Halbinsel, im Gemeindegebiet von Cabras.

Gründung: Die Stadt wurde von den Phöniziern zwischen dem 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet, doch das Gebiet war schon in der nuragischen Zeit genutzt: Auf der Anhöhe von Su Muru Mannu finden sich Reste von Hütten aus der Bronzezeit. Die Phönizier wählten Tharros, weil es ein perfekter Naturhafen war und weil es in der Nähe von Lagunen und Salinen lag.

Die historischen Phasen

Phönizische Phase: Entstehung als Handelsplatz und Zwischenhafen.

Punische Phase (6.–3. Jh. v. Chr.): Die Stadt wird strukturiert, Befestigungen, Kultbereiche und ein Tophet entstehen.

Römische Phase (ab 238 v. Chr.): Nach der römischen Eroberung Sardiniens wird Tharros zu einem wichtigen Küstenzentrum: gepflasterte Straßen, Thermen, Kanalisation, öffentliche Gebäude.

Spätantike und Aufgabe: Zwischen spätrömischer Zeit und frühem Mittelalter verfällt die Stadt, auch wegen der stärkeren Gefährdung durch Angriffe vom Meer. Die Bewohner ziehen ins Landesinnere – daraus entsteht später Oristano.

Was man heute in Tharros sehen kann

  • das römische Viertel mit Straßen, Zisternen und Häusern;

  • die Thermen, die das urbane Niveau in der Kaiserzeit zeigen;

  • das phönizisch-punische Tophet, ein Kultbereich mit orientalischem Hintergrund;

  • Reste von Tempelbauten (wie der sogenannte Tempel „K“), die Wiederverwendungen zwischen punischer und römischer Zeit zeigen;

  • die Lage selbst: spektakulär direkt am Meer, nur wenige Schritte vom spanischen Turm San Giovanni und den Stränden des Sinis entfernt.

Es ist einer dieser Orte, an denen eine archäologische Besichtigung gleichzeitig ein Aussichtspunkt ist.


Die Giganten von Mont’e Prama: nuragische Kolosse

Lage: Gebiet von Mont’e Prama, im Umland von Cabras, nicht weit von den Lagunen.

Entdeckung: 1974 kommen bei landwirtschaftlichen Arbeiten Hunderte von Fragmenten aus Sandstein ans Licht. Spätere Ausgrabungen und Restaurierungen ermöglichten die Rekonstruktion von Dutzenden Statuen und machten klar, dass es sich um einen nuragischen Skulpturenkomplex von außergewöhnlicher Bedeutung handelt.

Datierung: zwischen dem 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. (also späte/voll entwickelte nuragische Zeit).

Was sie darstellen

Die Statuen sind etwa 2–2,5 Meter hoch und zeigen:

  • Krieger

  • Bogenschützen

  • Boxer/Kämpfer

Sie sind sofort erkennbar an den doppelkreisförmigen Augen, den großen runden Schilden, Brustpanzern und Helmen. Es gibt im westlichen Mittelmeerraum für diese Epoche nichts Vergleichbares in Stein, das so groß und so alt ist – deshalb hat Mont’e Prama in der Archäologie so viel Aufsehen erregt.

Wozu dienten sie?

Hier beginnen die Punkte, die unter Forschenden noch diskutiert werden. Die wichtigsten Hypothesen:

Grabfunktion: Die Statuen standen in Verbindung mit einer nahegelegenen Nekropole und stellten Helden oder kriegerische Ahnen dar, die über die Gräber wachten.

Kultfunktion: Möglich ist, dass sie in einem sakralen Bereich als Schutz- oder Repräsentationsbilder aufgestellt waren.

Feierliche/politische Funktion: Sie könnten die militärische Elite eines besonders mächtigen nuragischen Zentrums gefeiert haben.

Dass sie zerbrochen und später vergraben gefunden wurden, spricht zudem für eine absichtliche Zerstörung in späterer Zeit.


Wo man die Giganten heute sehen kann

Museo Civico „Giovanni Marongiu“ in Cabras: wichtigster Bezugspunkt für Mont’e Prama, mit rekonstruierten Statuen und Funden vom Fundort.

Archäologisches Nationalmuseum von Cagliari: beherbergt weitere Exemplare und ordnet sie in das größere Bild des nuragischen Sardiniens ein.

Live gesehen wirken sie wirklich ganz anders als auf Fotos.


Tharros und Mont’e Prama: warum sie perfekt in denselben Artikel passen

  • Sie liegen nahe beieinander (Gebiet Cabras/Sinis) – du kannst beides am selben Tag sehen.

  • Sie erzählen zwei verschiedene Gesichter Sardiniens:

Mont’e Prama → das nuragische Sardinien, das sich monumental selbst darstellt.
Tharros → das mediterrane Sardinien, im Kontakt mit Phöniziern, Karthagern und Römern.

Beide sagen im Grunde dasselbe: Sardinien war nie eine isolierte Insel.


So planst du deinen Besuch

Nutze die Gegend um Oristano / Cabras als Basis, dann bist du:

  • nur wenige Minuten von Tharros und den Stränden des Sinis entfernt,

  • nah am Museum von Cabras, um die Giganten zu sehen,

  • in einer Region, die im Vergleich zu anderen Teilen der Insel noch angenehm ruhig ist.

Buche mit FAITA Sardegna und verwandle eine archäologische Tour in einen echten Urlaub – mit Meer, Natur und einer ganzen Menge sprechender Steine.